Heger und Muecke siegen in SPA | Emotionen überschlagen sich | Timo Danz mit großem Glueck im Unglueck.

Nach mehrfachem Überschlag steigt der 44 jährige Pilot Timo Danz unbeschadet aus seinem blauen BMW E30 325i DTC. Der Dieburger war eigentlich gut aus Kurve 10 (Rivage) gekommen, als er beim Anbremsen auf die abhängende Linkskurve danach auf Öl ausrutschte und so unglücklich im Reifenstapel landete, dass er sich gleich ein paar Mal um die eigene Achse wickelte. Der hinterherfahrende M3 Fahrer Andre Nösse kommentierte wie folgt: "Timo hatte keine Chance. Welch Glück, dass wir nicht näher beieindander lagen, sonst wäre Schlimmeres passiert, denn ich war gewarnt und konnte meinen Wagen gerade noch abfangen, ehe die Session mit Rot abgebrochen wurde". Einen ebenso rabenschwarzen Tag erlebte Sven Bieniek, der stumpf mit dem Heck ausgangs Eau Rouge in den Reifenstapel krachte, weil er auf Zeitenjagd einen Hauch zu schnell unterwegs war und Haftung auf der Hinterachse verlor. Auch Sven blieb ohne weitere Blessuren, war aber merklich beeindruckt ob der Geschehenisse. Wir wünschen beiden, dass sie das Erlebte schnell wieder aus dem Kopf kriegen und bald wieder mit dabei sind. 

SPA zählt für die Teams zu den Höhepunkten im Kalender der Golden Ära. Erstens ist der Event im Rahmen des ADAC Racing Weekends, von KES Geschäftsführer Stefan Eckhardt bestens organisiert und zweitens finden die Teams im unteren Fahrerlager "Orange" reichlich Platz zur Entfaltung und für bestes Miteinander. Nirgends ist man so unter sich, wie in diesem Paddock. Und das ist gut so. Gefeiert wurde reichlich.

Der Niederländer Jan van Elderen spendierte anlässlich seines 50. Motorsport Jubiläums die Rennwürste. 150 Stück waren in zwei Stunden verputzt. Absoluter Rekord bisher. Die drei Kisten "Stella" Bier allerdings überlebten keine halbe Stunde. Das Ständchen für den Jubilar brachte wie immer Opel Kadet Fahrer und Trompeter Jonas "Lippe" Remmele zur Freude aller Anwesenden. Wie immer eine gelungene Party und vielen Dank nochmal an der Stelle an Jan.

Die Trainingssession dominierte ein Neuzugang: Der Niederländische Rallye Pilot Mats vd Brand war das erste Mal in einem Rundstreckenrennen unterwegs und sicherte sich mit 2:36,785 Min in einem originalen DTM BMW E30 M3 von 1992 die Trainingsbestzeit vor dem TWC Altmeister Kris Nissen, der als schwer zu schlagen gilt. Leider konnte Mats aufgrund Überholens unter Gelb während einer FCY Phase das Ergebnis im Zeittraining nicht wiederholen. Ihm wurden alle Zeiten gestrichen, also folgte der Start im 1. Rennen von ganz hinten. Respekt vor seiner Leistung.  

Die Pole für Rennen 1 sicherte sich ein gut gelaunter Altfrid Heger. Der ex DTM Pilot überraschte alle mit einer 2:33,614 Min und startete ganz vorne im Grid. Natürlich ist das Auto stark, das ihm Teamchef und Fahrer Anton Werner von Maxi Klein da an die Hand gibt. Heger weiß diesen Vorteil aber auch zu nutzen und bügelt selbst im Regen zur Zeit alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Das Bild von Elfi Jung läßt die Fahrzeugbeherrschung des zweimaligen 24h Siegers von SPA in der La Source Kurve erahnen.

"Start frei" hieß es dann am Samstag Nachmittag um 16:55 Uhr - übertragen im Livestream ab Minute 6:15 vom ADAC. Gut 50 Fahrzeuge reihten sich wie an einer Perlenschnur hintereinander durch die über 7 Kilometer lange Ardennenstrecke. Altfrid Heger feierte mit seinem "weißen Riesen" wie sein Audi 200 Trubo genannt wird einen souveränen Start- Ziel Sieg und kam mit 9,4 Sekunden vor Zakspeed Capri Turbo Pilot Peter Mücke ins Ziel. Dahinter folgten Anton Werner und  der ehemalige TWC Meister, DTM-, Sportwagen- und F1 Testpilot Kris Nissen.      

Die Gesamtsiger des 1. Rennens:

P1 - Altfrid Heger - Audi 200 M86 Turbo
P2 - Peter Mücke - Ford Capri Turbo Zakspeed
P3 - Anton Werner - Audi 200 M86 Turbo 

Die Gesamtsiger des 2. Rennens:

P1 - Peter Mücke - Ford Capri Turbo Zakspeed
P2 - Altfrid Heger - Audi 200 M86 Turbo 
P3 - Anton Werner - Audi 200 M86 Turbo 

Mit insgesamt 50 schönen Tourenwagen - darunter viele Originalfahrzeuge! war die Truppe angereist und bezog Donnerstagmittag wie im letzten Jahr das untere Fahrerlager "Zone Orange". Auf dem Weg rauf ins Rennbüro, zur Fahrerbesprechung oder zur Technischen Abnahme waren zwar jeweils 35 Höhenmeter zu überwinden. Dafür aber war man insgesamt gut aufgehoben und hatte reichlich Platz. Die Familie war quasi unter sich. Die Porschefahrer Adrian Grenz, Daniel Schrey und Ansgar Massmann hatten sich dem Golden Ära Classic Cup angeschlossen, somit startete die Golden Ära wieder einmal sortenrein. Danke an der Stelle. 

Nach einem astreinen Start bog das Feld in La Source, Kurve 1, rechts ab auf dem Weg zur Eau Rouge. Altfrid Heger setzte sich sogleich ab und stürmte dem Feld davon. Peter Mücke, der nur von Startplatz 11 aus ins Rennen ging, schloss allmählich auf, wurde dem Essener ex DTM Profi allerdings nie gefährlich. Dahinter balgten sich die motivierten Fahrer um die Plätze und gingen nicht selten zu zweit durch die berüchtigte "rote" Kurve. Bereits im Zeittraining wurde diese Kurve Sevn Bieniek zum Verhängnis, der so gut aufgelegt war, dass er versuchte, ohne zu Lupfen durchzukommen. Er landete stumpf mit dem Heck im rechten Reifenstapel ohne sich dabei zu verletzen - welch ein Glück. Alle waren also vorgewarnt.

Die vorderen Boldien jenseitzs der 500 PS Marke waren fast nicht zu kriegen. Kris Nissen blieb dem Landshuter Unternehmer Anton Werner zwar auf Tuchfühlung, konnte aber auch in den Überrundungsphasen den Abstand nicht nennenswert verkürzen. Und die Full Course Yellow Phase nach dem Überschalg von Timo Danz stoppte jäh die Aufholjagd. Im Gegensatz zu den Nürburgring Rennen waren die Gelbphasen deutlich seltener. Das Rennen musste für Timos Bergung allerdings drei Minuten früher beendet werden. Glücklicherweise blieb Timo unbeschadet und kam mit dem Schrecken davon. 

Mats vd Brand, der zusammen mit den beiden irischen Piloten Michael Cullen und Paddy Shovlin und wunderschönen BMW M3 DTM Letztstand angereist war, gelang eine famose Aufholjagd von P43 auf P6, weil er im Zeittraining alle Zeiten gestrichen bekam. Immerhin ging der Niederländer kurz an Kris Nissen vorbei und zeigte ganzen Mut, bis ihn ein Fahrfehler stoppte. 

Roland Asch startete aus der zweiten Startreihe in dritter Position, die er durch mehrlmaliges Überfahren der Traklimits! im Rennverlauf einbüsste. 50 Sekunden Zeitstrafe wurde ausgesprochen. Basti war weniger amused. Er sollte im zweiten Rennen von P12 aus starten. Keine guten Vorzeichen für ein Gesamtpodium. Mehr als P4 war nicht drin.  

Die Klassensieger waren fast immer die gleichen. Das heißt, es gab Konstanz und das war gut für den Rennverlauf. Markus Reich kam mit seinem Audi A4 STW weniger gut zurecht und musste sich Zahnarzt Jens Wagner im BMW E36 STW geschlagen geben. Reiner Zimmermann im Opel Manta kam ohne Schäden durch beide Rennen und hatte endlich einmal ungetrübten Spass! 

Motorprobleme machten dem WTCC Piloten Peter Rikli zu schaffen und vergeigten ihm die Platzierungen. Immerhin konnten die Probleme im zweiten Lauf behoben werden, so dass ein Start beim 1000km Rennen ungefährdet bleibt.Thomas Schmidt, Sohn voon Sabine, kam mit seinem Matter BMW E36 M3 in Klasse DTC open herborragend zurecht. 2x Klassensieg. Dahinter jeweils ein bestens aufgelegter Victor Smolski, der Spass hatte an den Positionskämpfen.

Christian Küberl konnte sein Glück kaum fassen. Mit seinem BMW M3, der in SPA schon Geschichte geschrieben hat, wurde er Klassensieger - von 9 Early DTM Startern! Sagenhaft.

Die Rennwurst war astrein - Danke nochmals an Jan van Elderen. So schmecken 50 Jahre Motorsport.

Alle die jetzt nicht namentlich erwähnt wurden, wie zum Beispiel Oliver Steinmetz mit Sohn Jerome, die es beide auf P2 in ihrer Klasse gebracht haben und ihren schönen Opel Commodore von Opa Steinmetz wunderbar durch die Ardennen chauffierten, dürfen nicht traurig sein. Sie waren Teil einer garndiosen Vorstellung. Das Feld war selten so kompakt und sortiert wie in SPA.

Wir freuen uns schon aufs Finale beim 1000km - 3 Runden Nordschleife plus GP Strecke - von 19.-20. September. 36 Nennungen gibt es bisher.  

Hier die wichtigsten Infos aus SPA:

Free Practice: Gesamt
Qualy: Gesamt
Rennen 1: Gesamt  | Klassen  | Livestream (ab 6:15 Min)
Rennen 2: Gesamt  | Klassen  | Livestream (ab 4:24 Min)

Meisterschaft: Gesamt | Klassen

Bilder: siehe unten | Elfi Jung und Marc Boels

DTM open - Klassensieger 

P1 - Kris Nissen - BMW M3 DTM
P2 - Mats vd Brand - BMW E30 DTM
P3 - Ko Koppejan - Mercedes 190 EVO 1 / Kasper Aaskov - BMW M3 DTM 

DTM classic - Klassensieger 

P1 - Roland Asch - Ford Sierra RS500
P2 - Jan van Elderen - Ford Sierra RS500

DTM TT - Klassensieger 

P1 - Altfrid Heger - Audi 200 M86 Turbo
P2 - Anton Werber - Audi 200 M86 Turbo
P3 - Thomas Wandel - Audi 200 Taladega

Early DTM - Klassensieger 

P1 - James Everard - BMW M3 Grp. A / Christian Küberl - BMW M3 Grp. A
P2 - Wolfgang Haugg - Opel Kadett GSI Gruppe A
P3 - Mark Verhaegh - BMW M3 Gruppe A

STW - Klassensieger 

P1 - Jens Wagner - BMW E36 STW
P2 - Markus Reich - Audi A4 STW
P3 - Nico Ullmer - VW Vento STW

WTCC - Klassensieger 

P1 - Peter Stox - BMW E90 WTCC
P2/3 - Olivier Meurens - Spel Kadett GSI Gruppe A
P2/3 - Peter Rikli - Honda Accord ETCC 

DTC open - Klassensieger 

P1 - Thomas Schmidt - BMW M3 E36 
P2 - Victor Smolski - BMW M3 E36 
P3 - Marcel Kiesch - BMW M3 E36

DTC - Klassensieger 

P1 - Alexander Schmidt - BMW E30 325i
P2 - Ferdi Weischenberg - Mercedes 190 2.5 16 V
P3 - Albrecht Kamenzin - BMW E30 340i ;-)

DRM classic - Klassensieger 

P1 - Wolfgang Kaupp - Opel Kadett Limo
P2 - Oliver Steinmetz - Opel Commodore GS

DRM 2 Liter - Klassensieger 

P1 - Jonas Remmele - Opel Kadett C 16V
P2 - Reiner Zimmermann - Opel Manta 16V
P3 - Jens Weimann - Ford Escort 8V

DRM Gruppe 5 - Klassensieger 

P1 - Peter Mücke - Ford Capri Turbo Zakspeed

ProCar - Klassensieger 

P1 - Andreas Diring - BMW M1 
P2 - Timo Hagemann - BMW M1

Das Wochenende bot packenden historischen Motorsport. Die Fans zückten ihre Handies und alle hatten riesigen Spass. Danke An Albrecht, Gabi & Sabine!

"Tracklimit König" - Roland Asch - Zum Abschluss des Rennberichts wollen wir noch jemanden "ehren". Nämlich unsere DTM Legende Roland Asch, der im Rennen 1 dermaßen "fokussiert" war, dass er gleich mehrmals für das Missachten der sogenannten Tracklimits (das sind die weißen Linien links und rechts der Rennstrecke, die man nicht mit allen vier Rädern überfahren darf) bestraft und damit einige Plätze nach hinten versetzt wurde - ganz zum Leidwesen von Sohnemann Basti Asch, der im 2. Lauf von Startplatz 12 aus ins Rennen gehen musste und mit P4 am Ende nur knapp das Podum verfehlte. Hut ab!

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