Spannung, Historie und Partystimmung: Die Tourenwagen Golden Ära begeistert beim Nürburgring Classic 2026
Vom 12. bis 14. Juni 2026 gastierte die Rennserie Tourenwagen Golden Ära im Rahmen der Nürburgring Classic auf der 5,137 km langen Grand-Prix-Strecke in der Eifel. Vor rund 25.000 begeisterten Zuschauern boten die 45 Teilnehmer packenden historischen Motorsport. Tür an Tür Duelle und glückliche Klassensieger machten das Wochenende perfekt.
Feiern können die Golden Ära Teams. Und die Rennwurst ist jedesmal der perfekte Anlass. Dieses Mal verköstigte Familie Katsikis die ausgehungerten Fahrer mit "Dänische"-Currywurst und frischen Kaltgetränken. Praktisch alle waren mit dabei, so entstand dieses ausgelassene Gruppenbild als Erinnerung an einen Mega-Fahrerlagerabend.
Nach einem freien Training unter schwierigen, nassen Bedingungen trocknete der Asphalt pünktlich zum Qualifying am Nachmittag ab. Nico Send im Opel Kadett C Coupé aus dem Team Georgios Katsikis führte lange Zeit das Klassement an, ehe er sich kurz vor Ende der Session der DTM-Legende Kris Nissen im BMW E30 M3 DTM um lediglich vier Zehntelsekunden geschlagen geben musste. Die zweite Startreihe teilten sich Thomas Wandel (Audi 200) und Gerhard Füller (Opel Vectra STW).
Das erste Rennen am Samstag hielt, was das Qualifying versprach, brachte jedoch auch reichlich Drama: Beim intensiven Kampf um den dritten Gesamtrang kollidierten Wandel und Füller, was für beide das vorzeitige Aus bedeutete. Die Rennleitung wertete den Vorfall als Rennunfall. Der lachende Dritte war Ex-WTCC-Pilot Peter Rikli, der sich im Honda Accord geschickt aus allem heraushielt und am Ende hinter dem Gesamtsieger Kris Nissen und dem stark fahrenden Nico Send das Podium komplettierte.
Abseits der Rennstrecke glänzte das Wochenende durch eine familiäre Atmosphäre und ausgelassene Partystimmung. Wie bereits 2023 sorgte das Team von Georgios Katsikis mit dänischer Currywurst und Bier für ein rauschendes Fest. Für die passende musikalische Untermalung sorgten Jonas Remmele, Organisator Ralph Bahr und ein weiterer Blechbläser.
Dank des unermüdlichen Einsatzes der Mechaniker schafften es fast alle Teams, ihre Fahrzeuge für den Sonntagslauf wieder flott zu machen. Einen bärenstarken Eindruck hinterließ Neuzugang Ralf Schrage, der sich im Ford Sierra Cosworth RS500 am Start kurzzeitig an die Spitze des Gesamtfeldes setzte, bevor ihn eine lose Radmutter stoppte. Der Norddeutsche nahm den Ausfall gelassen und genoss das Wochenende sichtlich.
Eine beeindruckende Aufholjagd zeigten Michael Sadurski (Opel Ascona 400) und Gerhard Füller, die beide dem Feld hinterherjagen mussten. Während Füller sich sensationell von ganz hinten bis auf den dritten Podiumsplatz nach vorne kämpfte, feierte das Team von Atrex Motorsport ein perfektes Wochenende: Alle vier eingesetzten Fahrzeuge sicherten sich Klassensiege. Auch Jörg Bernhard überzeugte bei seinem erst zweiten Auftritt auf ganzer Linie und stellte seinen BMW M3 E36 in der Klasse DTC open in beiden Rennen auf den obersten Podestplatz. Am Sonntag übernahm Teamchef Georgios Katsikis das Steuer des Opel Kadett C Coupés selbst von Nico Send, musste das Rennen nach einer starken Anfangsphase jedoch leider vorzeitig mit einem Ausfall beenden.
In der Damenwertung musste Vanida Wernheimer verletzungs- oder krankheitsbedingt leider passen. Dafür teilte sich Michael Klebe (AC Mayen) seinen Ford Mondeo mit dem brasilianischen Nordschleifen-Ass Flavia Fernandes, die parallel in der RCN im Einsatz war. Insgesamt verzeichnete das Feld erfreulich wenige Schäden und kaum Full-Course-Yellow-Phasen, wozu auch die reglementierten Geschwindigkeits-Tracker positiv beitrugen. In der Meisterschaftstabelle haben sich nach diesem Wochenende die vier Führenden in eine vielversprechende Position gebracht.
Die Klassensieger im Überblick
Das Rennwochenende brachte in den verschiedenen historischen Kategorien folgende Sieger hervor:
Klassensieger Rennen 1 / Rennen 2
DRM 2L
Marco Koch (Opel Kadett C. Coupé) / Marco Koch (Opel Kadett C Coupé)
DRM classic
Nico Send (Opel Kadett C Coupé) / Franz Straub (Detomaso Pantera GT4)
DTC
Manuel Reitberger (Ford Focus) / Timo Send (BMW E36)
DTC open
Jörg Bernhard (BMW M3 E36) / Jörg Bernhard (BMW M3 E36)
DTM Open
Kris Nissen (BMW E30 M3 DTM) / Kris Nissen (BMW E30 M3 DTM)
DTM classic
Ralf Schrage (Ford Sierra Cosworth RS500) / Ralf Schrage (Ford Sierra Cosworth RS500)
Early DTM
Evertjan Alders (BMW E28 M5) / Evertjan Alders (BMW E28 M5)
STW
Gerhard Füller (Opel Vectra STW) / Gerhard Füller (Opel Vectra STW)
TT
Tom Kleber (Nissan Skyline R32 GTR) / Tom Kleber (Nissan Skyline R32 GTR)
WTCC
Peter Rikli (Honda Accord Euro R CL7) / Peter Rikli (Honda Accord Euro R CL7)
Text: Ralph Bahr
Bilder: Elfi Jung, Marc Boels, Dennis Petermann und Friedhelm Bergmann