Ultimatives Tourenwagen-Spektakel am OGP: Uwe Alzen und Gerd Füller teilen sich den Ex-Uwe-Alzen Paulaner Opel Vectra von 1998!

Nürburgring / Stadtallendorf. Ein Hauch von Nostalgie und jede menge Renndynamik werfen ihre Schatten voraus: Im Rahmen des legendären Oldtimer Grand Prix am Nürburgring kommt es zu einem echten Highlight für Tourenwagen-Fans. Uwe Alzen und Gerd Füller bestreiten das kommende Rennwochenende als echtes Fahrerduo und teilen sich das Cockpit für ein absolutes Mammutprogramm: Gemeinsam werden die beiden Piloten alle vier Rennläufe des Wochenendes bestreiten!

Das bedeutet maximalen Einsatz auf der Strecke, denn das Duo wechselt sich sowohl in den beiden Läufen der Tourenwagen Goldenen Ära als auch in den beiden Läufen des hochkarätigen Super Touring Revivals ab.

Erste Teambesprechung beim Italiener in Montabaur (v.l.n.r.: Gerd Füller, Uwe Alzen, Ronnie und Lothar Mengel). Rennarzt Dr. Karl Schuster gab die medizinische Freigabe. 

Zurück im legendären Original-Cockpit

Das Arbeitsgerät für diesen geschichtsträchtigen Einsatz ist ein absoluter Publikumsliebling: jener markante Paulaner Opel Vectra mit der Startnummer 4 aus der Saison 1998, mit dem Alzen einst selbst hinter den Ikonen Johnny Cecotto und Laurent Aïello den dritten Platz in der Meisterschaft einfuhr.

Die Fans dürfen sich auf Gänsehaut-Momente freuen, wenn der unverkennbare Sound des Alzen-Vectras gleich in zwei Top-Serien durch die Eifel hallt. Unvergessen bleibt die Saison 1998: Im April gelang Alzen beim Auftaktrennen auf dem Hockenheimring direkt der Gesamtsieg. Im zweiten Lauf folgte ein Stück Motorsport-Geschichte, als ein Konkurrent nach einem Dreher in Alzens Wagen krachte – Uwe fuhr das Rennen kurzerhand spektakulär ohne Fahrertür zu Ende.

Dass die Kombination aus diesem Fahrzeug und den beiden Piloten perfekt funktioniert, haben sie bereits bewiesen: Im Rahmen der Goldenen Ära sicherten sie sich im Jahr 2021 gemeinsam den Meistertitel in der Klasse für STW-Fahrzeuge.

Mit diesem Opel Vectra STW wurde Uwe Alzen in der Saison 1998 bereits 3. Saisonsieger. Gerd Füller geland damit die Golden Ära Meisterschaft 2021. Aus zwei Liter Hubraum zaubert der Spiess-Zweiliter Motor knappe 300 PS. In Kombination mit der Fahrwerkstechnik von Holzer Motorsport eine Rasiermesserklinge. 

Gerd Füller: Als knallharter Kämpfer mit Fairplay im Fahrerlager geschätzt

Mit Gerd Füller steht Uwe Alzen ein erfahrener Partner zur Seite, der auf der Rennstrecke längst kein Unbekannter mehr ist. Seine Wurzeln liegen im Ford Escort Markenpokal, bevor er sich in der Golden Ära seine ersten Spuren auf dem Weg zum Tourenwagen-Piloten verdiente. Rainer Braun ist bis heute bekennnder Fan. Denn er war als Streckensprecher der Golden Ära von 2017-2021 mit dabei als Geschichte geschrieben wurde.

Der Dachdeckermeister aus Stadtallendorf ist im Fahrerlager extrem geschätzt und gilt als beinharter Kämpfer, der berüchtigt ist für seinen engen, spektakulären Fahrstil.

„Manchmal kommt es bei Gerd zu Lackaustausch, aber es bleibt immer fair – ernsthafte Probleme auf der Strecke gibt es bei ihm nie“, schmunzeln Insider und Bewunderer aus der Szene.

Mit Kris Nissen stand Uwe Alzen schon mehrmals auf dem Podium. Es ist schön, dass diese Namen im historischen Motorsport angekommen sind. Mit uns freuen sich Tausende Fans. Begleitet wird der Auftritt von medial Maren Braun und "Alte Schule" Herausgeber Karsten Arnd. 

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Heute traf sich das Team zu einem ersten, intensiven Vorgespräch für den anstehenden Einsatz beim BELMOT Oldtimer Grand Prix. Neben technischen Details wurden wichtige Optimierungen besprochen und alle Weichen gestellt, um das Maximum aus diesem intensiven Vier-Rennen-Programm herauszuholen.

„Wir freuen uns sehr, mit Uwe Alzen einen absoluten Top-Piloten in unseren Reihen zu haben. Wenn der Name Alzen und dieser ikonische Opel Vectra wieder über die Lautsprecher dröhnen, werden bei den Fans unzählige Erinnerungen wach“, heißt es aus dem Team.

Das gesamte Team blickt voller Vorfreude auf ein benzingeprägtes, drittes Rennwochenende der Tourenwagen Goldenen Ära und drückt seinen beiden Fahrern fest die Daumen für die vier anstehenden Läufe!

Im Super Touring Revival werden 20! originale STW-Boliden aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Australien, Belgien, Holland, Neueseeland und England erwartet. Sogar der ex Leopold von Bayern "Jägermeister" E36 ist wieder am Start. Da wird sich Poldi freuen, der ist nämlich auch da und pilotiert einen E36 im Tourenwagen Golden Ära Lauf. Zwei reinrassige Sprints über 20 Minuten lassen die schnellsten Zweiliterfahrzeuge aller Zeiten wieder zum Leben erwecken. 

Trügerischer könnte ein Bild kaum sein. Was schon fast pittoresk anmutet ist in Wirklichkeit eine Ansage an die Historische Motorsportszene - aber im positiven Sinne. Zwei absolute Sportsmänner machen sich fit für das Tourenwagen Spektakel am Nürburgring. In der Golden Ära und im Super Touring Revival darf sich warm angezogen werden. Aber: "Wir lassen alles heile" lautet das Versprechen, das sich heute in Montabaur gegeben wurde. 

Uwe Alzen gilt als einer der profiliertesten, temperamentvollsten und erfolgreichsten deutschen Touren- und Sportwagenpiloten. Seine Karriere erstreckt sich von Markenpokalen über die goldene Ära der DTM/STW bis hin zu großen internationalen Langstrecken-Klassikern.

Hier sind seine wichtigsten sportlichen Stationen und Erfolge im chronologischen Überblick:

Frühe Erfolge & Markenpokale (Anfang der 1990er)

  • 1992: Meister im Porsche Carrera Cup Deutschland sowie Gewinn der Junior-Trophäe beim Veedol-Langstreckenpokal Nürburgring (VLN).

  • 1993: Vizemeister im Porsche Supercup.

  • 1994: Meister im Porsche Supercup und Gesamtsieg beim traditionsreichen 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps (auf Porsche mit Christian Fittipaldi und Jean-Pierre Jarier).

Die erste DTM- & ITC-Ära (1993–1995)

  • 1993–1994: Einstieg in die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) auf Mercedes-Benz für das Team Persson Motorsport. In beiden Jahren sichert er sich den 1. Platz in der Privatfahrerwertung ("Bester Privatier").

  • 1995: 1. Platz in der DTM- und ITC-Semiwerksfahrerwertung auf Mercedes-Benz (Persson Motorsport) sowie Gewinn des ADAC Porsche-GT-Cups.

Die Ära der Supertourenwagen & Langstrecken-Klassiker (1996–1999)

  • 1996: Wechsel zu Opel als Werksfahrer in der International Touring Car Championship (ITC) auf dem Opel Calibra V6 (Team Zakspeed), Gesamtrang 8.

  • 1997–1999: Start im deutschen Super-Tourenwagen-Cup (STW) auf Opel Vectra für das Opel Team Holzer.

    • 1998: Gesamtrang 3 in der STW-Meisterschaft. Parallel erringt er den 2. Platz bei den 24 Stunden von Le Mans (Gesamtwertung) im legendären Werkseinsatz auf dem Porsche 911 GT1. Zudem holt er den Klassensieg (GT1) bei den 24h von Daytona.

    • 1999: STW-Vizemeister nach einem hochdramatischen und legendären Finale auf dem Nürburgring. Beim parallel ausgetragenen 24h-Rennen von Le Mans sichert er sich den Klassensieg in der GT3-Kategorie auf einem Manthey-Porsche.

Rückkehr der DTM & Langstrecken-Triumphe (2000–2003)

  • 2000: Start in der neu gegründeten DTM als Opel-Werksfahrer (Team Holzer), wo er 3 Laufsiege feiert. Im selben Jahr holt er seinen ersten Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring (Phoenix-Porsche).

  • 2001: Wechsel zurück ins Mercedes-Cockpit (Warsteiner AMG Mercedes). Mit Siegen auf dem Norisring und in Zandvoort feiert er den Titel des DTM-Vizemeisters.

  • 2002: Gesamtrang 5 in der DTM auf AMG-Mercedes (u.a. Sieg beim GP der Tourenwagen auf dem Nürburgring). Vor der Saison 2003 trennen sich die Wege mit Mercedes.

Langstrecke, Rekorde & GT-Sport (2004–2012)

  • 2004–2005: Alzen startet unter anderem in der FIA-GT-Meisterschaft auf einer Saleen S7 und setzt gemeinsam mit seinem Bruder Jürgen spektakuläre, privat aufgebaute Porsche-Prototypen (wie den legendären "Turbinchen"-Porsche 996 GT2) in der VLN auf der Nordschleife ein. Er bricht dort mehrfach den Rundenrekord.

  • 2006: Beeindruckendes Doppelprogramm: Vizemeister im Porsche Supercup (4 Siege) und zeitgleich Vizemeister im Porsche Carrera Cup Deutschland (4 Siege).

  • 2007: Erneuter Gewinn der Meisterschaft im Porsche Carrera Cup Deutschland und Platz 3 im internationalen Porsche Supercup.

  • 2010: Zweiter großer Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, diesmal als Werksfahrer für das BMW-Motorsport-Team auf dem BMW M3 GT2.

  • 2012: Full-Season-Einsatz in der American Le Mans Series (ALMS) im Werksteam von BMW (Rahal Letterman Lanigan Racing).

Teambesitzer & Gentleman-Racing (Ab 2009)

  • 2009: Gründung des eigenen Rennstalls Uwe Alzen Automotive. Seitdem zeichnet er sich sowohl als Teamchef aus, greift aber nach wie vor selbst erfolgreich ins Lenkrad.

  • 2020 & 2021: Gewinn der Gesamtmeisterschaft in der Spezial Tourenwagen Trophy (STT) im Cockpit seiner eigenen Rennfahrzeuge (u.a. Audi R8 LMS GT3).

Text: Ralph Bahr

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