Zeitreise in die Goldene Ära der Deutschen Tourenwagen- und Rennsportmeisterschaft

Der erste Saisonlauf der Golden Ära im badischen Hockenheim beeindruckte durch Rennfahrzeuge mit hohem Bezug zu Originalität und Historie. Mehr als 80 Teilnehmer, darunter 8 Altmeister aus DTM, STW und ETCC folgten dem Aufruf der Veranstaltergemeinschaft und boten ideale Kulisse für eine Zeitreise in die gute alte Zeit. Sortenreiner Historischer Motorsport zum Anfassen für Fans, Fahrer und Familie - inklusive Gänsehaut vom Feinsten. 

Vier Rennen, zehn Wertungsklassen, filmreife Zweikämpfe und keinerlei Unfallschäden am ganzen Wochenende. So will historischer Motorsport gelebt werden. Die teils originalen Zeitzeugen einer Epoche voller Ruhm und Ehre boten Motorsport der Extraklasse bei fahrerischer Glanzleistung und Respekt vor Mensch und Maschine. Die Verantwortlichen zeigten sich daher mehr als zufrieden und verabredeten noch an Ort und Stelle eine Wiederholung der Gala- Vorstellung von 09. bis 11. Mai 2025. 

Die glücklichen Gesamtsieger auf dem Podium sind namentlich:

TW Golden Ära - Rennen 1

P1 Altfrid Heger Audi V8 Quattro DTM

P2 Yannik Trautwein BMW E36 STW

P3 Ronny Scheer Ford Sierra RS500 BTCC

DRM-Revival - Rennen 1

P1 Ralf Kelleners DeTomaso Pantera Grp. 5

P2 Dennis Busch Porsche 935 Grp. 5

P3 Michael Kammermann BMW M1 Procar

TW Golden Ära - Rennen 2

P1 Altfrid Heger Audi V8 Quattro DTM 

P2 Anton Werner Audi 200 Turbo 

P3 Yannik Trautwein BMW E36 STW

DRM-Revival - Rennen 2

P1 Ralf Kelleners DeTomaso Pantera Grp. 5

P2 Stefan Mücke Ford Capri Grp. 5

P3 Michael Kammermann BMW M1 Procar

Die Vorfreude war groß auf das 1. Rennwochenende in Hockenheim. Endlich würden sich die Teams, die sich im September 2023 am Salzburgring zuletzt trafen, wiedersehen. Schon im Januar war klar, dass ein einziger Golden Ära Lauf zu wenig sein würde für den großen Andrang. So beschlossen die Verantwortlichen, ein weiteres Klassement zu öffnen: Das DRM-Revival - quasi der Prolog zum Belmot Oldtimer Grand Prix im August - sollte helfen, 90 Nennungen unter zwei Hüte zu bekommen. Mit Erfolg, denn die Tatsache, dass es ein Feld nur für DRM Fahrzeuge geben sollte, rief viele Gruppe 5 und M1 Pro Car Teams auf den Plan; und so reifte aus der Not eine Tugend, die für alle Beteiligte unvergesslich werden würde. Einen DRM Klassiker gab es zuletzt vor 40 Jahren in Hockenheim, kein Wunder also, dass über 30.000 Zuschauer zum Ring pilgerten. 

Die Sachskuve war voll besetzt, als die Teilnehmer der Golden Ära auf die Strecke gingen. Selbst morgens um 9:00 Uhr wollte sich keiner der Fans die Show entgehen lassen. Unfassbar! 

Nach den Zeitrainings sortierten sich die Starterfelder und die Favoriten wurden offenkundig. Bei den Tourenwagen der Golden Ära: Audi Quattro. Im Feld des DRM-Revivals allerdings gab es drei Marken, die zunächst dominierten: Ford Capri Turbo, Porsche 935 K3 und DeTomaso Pantera Gruppe 5. Letzterer, pilotiert von DTM, STW und GT-Profi Ralf Kelleners, behielt im Zeittraining die Nase vorn und startete von der Pole Position ins Rennen. Dahinter sortierten sich Dennis Busch im Porsche 935 und M1 Procar Fahrer und Vorjahressieger Michael Kammermann.

Lokalmatador und Publikumsliebling Daniel Schrey indes kämpfte mit Zündungsproblemen. Sein Porsche Boxter Turbo Motor lief nicht rund wie er sollte und spuckte auch kein Feuer wie gwöhnlich, somit blieb der undankbare 4. Platz.

Die M1 allerdings waren gut aufgelegt, boten eine aufregende Show und zeigten sich angriffslustig. Das Publikum war begeistert, vor allem im Gruppe 5 Zelt waren die kantigenKultmobile aus München begehrtes Foto-Objekt. 

Derweil boten sich die Fahrzeuge der Klassen Gruppe 2 bis 4 sowie die 2 Liter Autos unterhaltsame Positionskämpfe. Der Ford Escort RS2000 von Jens Weimann erhielt sogar einen Preis der Fachhochschule für Design und Kunst für das schönste GT Auto. Auch die Opels waren stark vertreten. Einer setzte sich besonders in Szene: Jonas Remmele auf Opel Kadett C Coupe Gruppe 4. Ein unfassbar schönes und schnelles Auto. Der zweite DeTomaso Pantera von Franz Straub in Gruppe 4 Bewaffnung war lieferte sich mit seien Klassenkollegen einen beherzeten Fight, wobei der Einzige Blech-Schaden der Truppe am Wochenende entstand. Allerdings aufgrund Zündaussetzern und nicht aufgrund von Übermut. Pechvogel Michael Sadurski, Superkart Europameister 2004, kam so gar nicht recht in Fahrt und kam regelmäßig in der Boxengasse zu Besuch. Weit angereist, hielt sich Lukas Rawecki tapfer und kämpfte auf Augenhöhe mit Jens Weimanns Escort. Zwei Klassen-Podien waren die Folge. Ein gutes Wochenende für den sympathischen Polen.  

Bei den Tourenwagen war wie bereits erwähnt die Macht des Vierradantriebs in Kombination mit Turbo-Aufladung aus Ingolstadt dominierend. So sicherte sich Anton Werner im Audi 200 Turbo Eigenbau die Poleposition und setzte sein Momentum mit P2 gesamt im zweiten Rennen scheinbar locker um, obwohl von hinten gestartet, da er im Vorlauf mit defekter Antriebswelle ausgescheiden war. Stallkollege und DTM-Altstar Altfrid Heger hingegen setzte das Potential seines V8 Quattros bereits im ersten Rennen voll um und fuhr souverän zum Sieg, während sich ex DTM Pilot Kris Nissen im BMW M3 DTM, und Yannik Trautwein, BMW E36 STW lange um die Podiumsplätze rauften. Mit besserem Ende für Schnitzer Classic Fahrer Yannik, der auf P2 landerte, während Ronny Scheer seine Power ausspielte und sich noch an Kris vorbei auf P3 schob. Der Däne war schnellster BMW M3 Pilot und leistete Schwerstarbeit. Nur knapp verfehlte er das Podium, auf welches er sonst ein Abonnement bei der Golden Ära hat.  

Renenn 2 des DRM-Revivals war den anderen Läufen an Spannung nicht unterlegen. Dennis Busch im 935 Porsche nahm sich auf P2 stehend viel vor und setzte seine Pläne beim Start auch um und kassierte Ralf Kelleners DeTomaso nach der ersten Kurve und ging in Führung. Rundenlang gelang es dem schnellen Dennis, seine Führung zu behalten, doch es schien, als ob Kelleners seine Reifen ins richtige Temperaturfenster bekam, denn er holte Zehntel für Zehntel auf den Turbo Porsche auf. Zu Mitte des Rennens dann fuhr Dennis Busch in der Haarnadel über den Scheitelpunkt hinaus und gab die Spitze an den Achtzylinder DeTomaso schließlich ab. Derweil kämpfte sich Stefan Mücke - von hinten gestartet - auf dem schwarzen Ford Capri Turbo erfolgreich durchs Feld nach vorne. In der letzten Runde war er bis auf den zweitpaltzierten Michael Kammermann herangefahren, der mit Mückes Vormarsch nicht mehr gerechnet hatte und die Zügel wieder anzog. Am Ende blieb Kammermann keine Chance mit seinem Gruppe 4 M1 gegen den überlegenen Gruppe 5 Capri. Hingucker war der pfeilschnelle Gruppe 4 Opel Kadett C Coupe von Jonas Remmele, der in der DRM Classic eine Klasse für sich war und an den M1 dran bleiben konnte. Gefreut hatte sich Neuzugang Jens Weimann über einen Schöneitspreis für seinen grauen Escort RS2000, den eine Jury aus 20 Studenten der FH Design Akademie zu vergeben hatte, als schönstes GT Fahrzeug im Feld. Eine Adelung des legendären "Hundeknochens". 

Das zweite Rennen der Tourenwagen Golden Ära fand unter schwierigen Bedingungen statt. Am Morgen hatte es geregnet und die Strecke war feucht und schmierig. Die Entscheidung für Regenreifen oder Slicks war ein Glücksspiel. Erst in der Einführungsrunde wurde offensichtlich, dass die Ideallinie bereits am abtrocknen war. D.h. Slicks waren theoretisch die bessere Wahl, wofür sich die hälfte der Teams schließlich auch entschied. Nicht so die Audi Piloten Altfrid Heger und Anton Werner. Hier wurde kein Risiko eingagenagen. Während Altfrid die Vorteile des Allrads in Kombination mit Regenreifen fulminant ausnutzte und nach vorne Marschierte in Meilenstiefeln, startete Anton aufgrund seines Ausfalls in Rennen 1 von hinten. Der MTM Pilot pflügte regelrecht durchs Feld bis ihm der Schiltacher zweitplatzierte Yannik Trautwein die Stirn bzw. BMW-Niere bot. Ein spektakulärer Zweikampf zweier Antriebs- und Reifenstrategien entbrannte, der sich am Ende für den Regensburger Audi Piloten entscheiden sollte. Der Zweiliter STW von Trautwein hatte gegen die Turbo Power des Audis nicht den Hauch einer Chance. Damit waren die Plätze auf dem Podium eingenommen und alle konnten stolz und froh sein auf Ihre Leistung bei diesen schwierigen Bedingungen.

Die Klassen-Sieger des Wochenendes:

Tourenwagen Golden Ära - Rennen 1

DTM open: P1 Altfrid Heger - Audi V8 DTM, P2 Kris Nissen - BMW M3 DTM, P3 Roland Asch - Mercedes EVO1 DTM

DTM classic: P1 Ronny Scheer - Ford RS500 DTCC, P2 Michael Schneider - Ford RS500 DTM, P3 Robert Bugar - Ford Sierra XR4i DTM

Early DTM: P1 Olaf Manthey - BMW 635 Gruppe A, P2 Jürgen Schumann - BMW M3 Gruppe A, P3 Carsten Welschar - Opel Kadett GSI

STW: P1 Yannik Trautwein - BMW E36 STW, P2 Rene Aeberhardt - Opel Vectra STW, Hans-Jürg Lüthi - Opel Vactra B STW

WTCC: P1 Robert Schärer - Honda Civic WTCC, P2 Oliver Meurens - Seat Toledo GT WTCC, P3 Peter Rikli - Honda Accord Euro R CL7

DTC: P1 Victor Smolski - BMW M3 E36, P2 Timo Danz - BMW 325 E30, P3 Helmut Baumann - Volvo 850 Gruppe A

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DRM-Revival - Rennen 1

DRM 2 Liter: P1 Jonas Remmele - Opel Kadett C Grp.4, P2 Jens Weimann - Opel Escort RS, P3 Lukas Rawecki - BMW E21 Grp.2

DRM Classic: P1 Wolfgang Kaupp - Opel Kadett Grp. H, P2 Ingo Vieser - BMW E21 Grp. 2, P3 Franz Straub - DeTomaso Pantera Grp. 4

DRM Procar: P1 Michael Kammermann - BMW M1, P2 Roger Waber - BMW M1, P3 Timo Hagemann - BMW M1

DRM Gruppe 5: P1 Ralf Kelleners - DeTomaso Pantera, P2 Dennis Busch - Porsche 935, P3 Daniel Schrey - Porsche 935

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Tourenwagen Golden Ära - Rennen 2

DTM open: P1 Altfrid Heger - Audi V8 DTM, P2 Anton Werner - Audi 200 Turbo, P3 Yannick Dinger - BMW E36 328 Grp. H

DTM classic: P1 Michael Schenider - Ford RS500 DTM

Early DTM: P1 Peter Schumann - BMW 635 Gruppe A, P2 Carsten Welschar - Opel Kadett GSI, P3 Jürgen Schumann - BMW M3 Gruppe A

STW: P1 Yannik Trautwein - BMW E36 STW, P2 Markus Reich - Audi A4 STW, P3 Steffan Irmler - Opel Astra STW 

WTCC: P1 Peter Rikli - Honda Accord Euro R CL7, P2 Robert Schärer - Honda Civic WTCC, P3 Oliver Meurens - Seat Toledo GT WTCC

DTC: P1 Helmut Baumann - Volvo 850 Gruppe A, P2 Klaus Niesen - Volvo 850 Gruppe A, P3 Timo Danz - BMW 325 E30

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DRM-Revival - Rennen 2

DRM 2 Liter: P1 Jonas Remmele - Opel Kadett C Grp.4, P2 Jens Weimann - Opel Escort RS, P3 Lukas Rawecki - BMW E21 Grp.2

DRM Classic: P1 Ingo Vieser - BMW E21 Grp. 2

DRM Procar: P1 Michael Kammermann - BMW M1, P2 Roger Waber - BMW M1, P3 Timo Hagemann - BMW M1

DRM Gruppe 5: P1 Ralf Kelleners - DeTomaso Pantera, P2 Stefan Mücke - Ford Capri Turbo, P3 Manfred Niederhof - Porsche 935

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+++ Punktetabelle folgt +++

Mögen die Spiele beginnen! Faktencheck zum 1. Lauf ADAC Hockenheim Historic 03.-05. Mai 2024